Startseite / Standort: Bwl .


-

BWL - Barrierefreie Weblösungen

BWL ist die allgemein bekannte Abkürzung für das Studienfach "Betriebswirtschaftslehre". Im vorliegenden Fall steht die Zeichenfolge BWL aber auch für "Barrierefreie Weblösungen".

Auf den ersten Blick scheint die Übereinstimmung eher Zufall statt bewusste Wortwahl zu sein. Beschäftigt man sich jedoch etwas näher mit dem Thema, stellt man eine ganze Reihe Gemeinsamkeiten fest.

Besonders für Unternehmen würde sich daher eine Auseinandersetzung mit dem Thema barrierefreier Webauftritte lohnen, bringen solcherart gestaltete Webprojekte doch handfeste wirtschaftliche Vorteile für Betreiber und Nutzer.

Unter dem Blickwinkel "barrierefrei" verdienen einige Definitionen und Ausbildungsziele der Betriebswirtschaftslehre daher eine genauere Betrachtung.

BWL - die Erste ...

"Die Allgemeine Betriebswirtschaftslehre befasst sich mit planerischen, organisatorischen und rechentechnischen Entscheidungen in Betrieben, und ist dabei funktionsübergreifend und branchenübergreifend ausgerichtet".

Ein Blick ins Web zeigt, dass Webpräsenzen ebenfalls in allen denkbaren Branchen und Wirtschaftsbereichen zu finden sind. Von einfachen Präsentationen bis hin zu interaktiven Bereichen sind sie aus dem Wirtschaftsleben nicht mehr wegzudenken.

Ob Online Shops oder Angebote im Dienstleistungssektor, ob Produktpräsentation oder Beratungsangebote - über das Internet spielt sich ein nicht unbedeutender Teil der Geschäftstätigkeit ab.

"Funktionsübergreifend" und "branchenübergreifend" sind also gemeinsame Merkmale.

Es darf auch vorausgesetzt werden, dass der Erstellung von Webprojekten einige planerische und organisatorische Entscheidungen vorausgehen.
Wer ist für das Projekt zuständig, welche Inhalte sollen in welcher Form mit welchem Ziel publiziert werden, welche Benutzergruppen sollen erreicht werden, wer wird für die Umsetzung des Projektes zuständig sein.

Hier, spätestens aber bei den "rechentechnischen Entscheidungen" - im gegenständlichen Fall die Kosten-Nutzenrechnung - werden die Gemeinsamkeiten zwischen der "Lehre von der Betriebswirtschaft" und "barrierefreien Weblösungen" wiederum deutlich.

Mit geringem Aufwand möglichst viele potenzielle Kunden erreichen, mit geringem finanziellem Einsatz einen hohen Nutzen (Gewinn) erzielen - dieses stark vereinfachte Ziel lässt sich mit "barrierefreien Weblösungen" realisieren.

Die Art und Weise, nach der solche Webprojekte erstellt werden, ermöglicht zum Beispiel Dateien mit geringer Größe, die sich schnell und kostengünstig übertragen lassen. Nutzer, deren Internetzugang entweder nach Zeit oder nach Datenvolumen abgerechnet wird, sind somit im Vorteil.

Auf Anbieterseite sieht es ähnlich aus. Jede abgerufene Webseite erzeugt einen Datenstrom, der letztlich bezahlt werden muss. Gerade bei umfangreichen Shops oder Portalseiten mit extrem hohen Zugriffsraten lassen sich so deutliche Einsparungen erzielen.

Erfahrungen zeigen, dass sich die Datenmenge auf etwa 80 bis 30% (!) verringern lässt.

Dass schnell geladene Webseiten auch die Freude am Surfen fördern, ist ein nützlicher Effekt und kann Kundenbindung bedeuten.

Betriebswirtschaftliche Ziele und die Möglichkeiten barrierefreier Webprojekte stimmen also gut überein.

BWL - die Zweite ...

Gemeinsamkeiten zwischen der Lehre von der Betriebswirtschaft und barrierefreien Weblösungen lassen sich aber auch noch anderweitig herausarbeiten.

Die wirtschaftlichen Vorteile standardkonformer, zugänglicher und benutzbarer Webangebote zeigen sich in der Beantwortung der drei Grundfragen, die in jeder Wirtschaft im Vordergrund stehen:

  • was soll produziert werden?
  • für wen soll produziert werden?
  • wie soll produziert werden?

Was produziert werden soll - im konkreten Fall ein Webprojekt - ist klar.

Je umfangreicher die zweite Frage beantwortet wird, das heißt, je mehr Besucher und Nutzer im Web angesprochen und bedient werden sollen, desto vorteilhafter wird sich die Entscheidung zu Gunsten barrierefreier Weblösungen darstellen.

Barrierefreie Webprojekte grenzen niemanden von der Benutzung aus, der potenzielle Benutzerkreis wird größer, die Reichweite des Webangebotes erhöht sich und damit auch die Zahl möglicher Kunden.

Für die Erstellung (Produktion) von Webseiten gelten unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten die gleichen Grundsätze wie in der materiellen Produktion:

  • kostengünstig,
  • zukunftsorientiert,
  • unter Einsatz moderner Technologien,
  • unter Anwendung bestehender Standards,
  • die Produkte sollen gegebenenfalls problemlos weiterentwickelt oder angepasst werden können, ohne das "Rad neu erfinden zu müssen",
  • die Produkte sollen einen hohen Gebrauchswert haben und sollen möglichst viele Käufer finden.

Genau das lässt sich mit zeitgemäßen Webprojekten umsetzen.

Barrierefreie Webauftritte

  • lassen sich effektiv, zeitgemäß und zukunftssicher anfertigen,
  • sind in der Erstellung nicht teurer als herkömmliche Webprojekte,
  • sind bezüglich Pflege, Weiterentwicklung oder Umgestaltung preiswerter als nach herkömmlicher Art gefertigte Webseiten,
  • sind standardkonform nach den w3c-Empfehlungen (Web-Standards),
  • sind kompatibel mit der überwiegenden Zahl eingesetzter Techniken (Hardware) und Programme (Software),
  • erreichen auf Grund ihrer Plattformunabhängigkeit neue Besuchergruppen,
  • schließen keine Besucher von den Inhalten, Angeboten und Dienstleistungen aus,
  • besitzen geringe Dateigrößen und lassen sich somit schnell und für beide Seiten (Anbieter, Nutzer) kostengünstig übertragen.

Es ist nicht zu übersehen, dass sich handfeste wirtschaftliche Überlegungen im Bereich barrierefreier Weblösungen wiederfinden.

BWL - die Dritte ...

"Das betriebswirtschaftliche Studium vermittelt den Studierenden die notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten ..., um Zusammenhänge des Wirtschaftslebens zu erfassen und kaufmännische Entscheidungen treffen zu können. Schwerpunktbereiche bei der Ausbildung sind Produktion, Absatz, Logistik, Organisation sowie Finanz- und Rechnungswesen."

Übertragen wir diese Aussage auf "BWL - barrierefreie Weblösungen".

Die Entscheidung eines Unternehmens, eines Gewerbetreibenden und im weitesten Sinne auch die eines Vereins, mit einem Webangebot (einem Produkt) im Netz (am Markt) präsent zu sein, ist eine kaufmännische Entscheidung.

Diese Entscheidung sollte auf Überlegungen beruhen, wie dieser Webauftritt (das Produkt)

  • effektiv und mit hoher Qualität herzustellen ist (Produktionsaufwand, Anwendung zeitgemäßer Technologien und Zukunftssicherheit),
  • welche Standards und Normen im Interesse hoher Besucherzahlen (Absatz) zu berücksichtigen sind,
  • wie durch die Produktgestaltung neue Zielgruppen (Kunden) erreicht werden können (Absatzsteigerung),
  • wie die Webinhalte (die Produkte) auf effektivste und schnellste Weise mit höchstmöglichem Nutzen zum Besucher gelangen können (Logistik) und
  • wie das Webangebot langfristig mit einem guten Kosten-Nutzenverhältnis betrieben werden kann (Finanz- und Rechnungswesen).

Da barrierefreie Webangebote

  • effektiv, zeitgemäß und zukunftssicher angefertigt werden können (Produktion),
  • in der Erstellung nicht teurer als herkömmliche Webprojekte sein müssen und sich besser pflegen und weiterentwickeln lassen (Produktion, Rechnungswesen, Organisation),
  • sich an den Web-Standards orientieren, auf Benutzerseite weitgehendst plattformunabhängig sind und somit einen hohen Nutzwert für den Anwender haben (Absatz),
  • keine Besucher von den Inhalten ausschließen und so neue Benutzergruppen erschließen können (Absatz) sowiegeringe Datengrößen haben und sich somit effizient übertragen lassen (Absatz, Logistik, Finanzen),

sollte die obengenannte kaufmännische Entscheidung ganz im Sinne betriebswirtschaftlicher Überlegungen zu Gunsten barrierefreier, zugänglicher und benutzbarer Weblösungen ausfallen.

BWL - die Vierte ...

Ein ausgesprochen nützlicher Effekt barrierefreier Weblösungen ist die Tatsache, dass solcherart gestaltete Webangebote auch durch behinderte Menschen nutzbar sind.

Zugängliche Webauftritte befriedigen also nicht nur wirtschaftliche Interessen, sondern entsprechen auch anspruchsvollen gesellschafts- und sozialpolitischen Notwendigkeiten.

"Die Betriebswirtschaftslehre (BWL) ist ein Teilgebiet der Wirtschaftswissenschaften und damit in weiterem Sinne eine spezielle Form der Kultur- und Geisteswissenschaften."

Es ist also auch eine Frage der Verhaltenskultur, wie Webanbieter mit behinderten oder benachteiligten Besuchergruppen umgehen.

Es sei an dieser Stelle aber nochmals daran erinnert, dass "Benachteiligung" auch, aber nicht ausschließlich (!), etwas mit "Behinderung" im medizinischen, körperlichen oder geistigen Sinne zu tun hat.

"Benachteiligt" kann auch der Leiter der Einkaufsabteilung eines Unternehmens sein, dessen Internetzugang über das Firmennetzwerk mit installierter Firewall (einem das Netzwerk schützenden System) liegt.
Er wird in der Regel keinen Einfluss darauf haben, welche Programme oder Zusatzmodule auf seinem Arbeitsplatz-PC installiert sind.
Es kann also gut sein, dass er die Webangebote von Geschäftspartnern nicht benutzen kann, weil diese auf Anwenderseite bestimmte Zusatzprogramme, sogenannte Plugin´s (Java, JavaScript, Aktive-X, Flash oder ähnliches), erfordern.

BWL = BWL

Das Wortspiel mit der Abkürzung und der enge inhaltliche Zusammenhang der beiden Themen verdeutlicht einmal mehr die Vorteile barrierefreier Weblösungen.

Barrierefreiheit darf nicht die Aufgabe einiger weniger Web Worker bleiben.

Was die Barrierefreiheit jedoch nicht braucht, sind Zeitgenossen, die versuchen, aus den Bedürnissen einer Minderheit Kapital zu schlagen, Leute, die Betroffenen Zugänglichkeit und Benutzbarkeit versprechen, ohne auch nur annähernd deren Sinn begriffen zu haben.

Zurück zu Startseite
Textanfang - Seitenanfang.

bwl projekt manager v.5.03.10
by - KE-

Letzte Änderung: 07.12.2006