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Auch das Web hat Regeln

Orthografie - Fehlerfrei schreiben

Bevor man in der Schule lernt, seine Gedanken schriftlich zu formulieren, sich mittels Schriftsprache verständlich zu machen und gut aufgebaute Texte zu verfassen, lernt man zunächst eines - die Rechtschreibung.

Auch der spannendste Roman würde keinen Lesegenuss bieten, wenn die Orthografie nicht stimmt. Bei besonders fehlerhaft geschriebenen Worten würde man vielleicht nicht einmal erahnen, was der Autor damit meint.

"Richtig schreiben" ist also eine Voraussetzung für die Verständlichkeit von Texten.

Hypertext Markup Language (HTML)

Das Web hat seine eigene Sprache: HTML.

HTML ist jedoch keine Programmiersprache, HTML-Seiten werden nicht programmiert - auch wenn das immer wieder fälschlicherweise selbst von Fachleuten so formuliert wird.

HTML ist eine Beschreibungssprache. Mit Hilfe von Befehlen wird lediglich beschrieben, was dargestellt wird: eine Überschrift, ein Textabsatz, eine Liste, ein im Textzusammenhang bedeutsames, und daher hervorzuhebendes, Wort...

Wie und wo etwas auf einer Web-Seite dargestellt wird, ist vom Grundsatz her nicht Aufgabe von HTML.

Zum Betrachten von HTML-Seiten sind Programme nötig, welche die Sprache (HTML) beherrschen - die Browser. Sie erkennen die HTML-Befehle und interpretieren sie. Darauf aufbauend stellen sie den Inhalt in ihrem Programmfenster dar.

Voraussetzung für die korrekte Darstellung der Web-Seiten sind fehlerfrei geschriebene und richtig angewandte HTML-Befehle (korrekter: "HTML-Auszeichnungen").

Die Regeln zur richtigen Schreibweise von HTML-Befehlen sind in den HTML-Standards des w3c (World Wide Web Consortium) festgelegt.

Grammatik für die Web-Seiten

Grammatik bedeutet "Sprachlehre" und beschäftigt sich mit der Struktur der Sprache.

Auf Web-Seiten begegnet uns die Grammatik gleich im "Doppelpack" - als Lehre von der "Sprache der Inhalte" und als Lehre von der "Sprache der Befehle".

So wie es für unsere Schriftsprache grammatikalische Regeln gibt, gibt es diese auch für HTML. Beide Regelwerke stehen in engem Verhältnis zu einander.

Struktur der Sprache

In jeder Sprache gibt es Strukturen, nach denen Worte, Sätze, Texte und umfangreiche Dokumente gebildet werden. Sie ermöglichen es, die Gedanken in verständlicher Form und für den Leser nachvollziehbar "zu Papier" zu bringen.

Die Einhaltung dieser grammatikalischen Regeln auch auf Web-Seiten "um der Richtigkeit Willen" ist aber nur ein Aspekt.
Für die Verständlichkeit und Bedienbarkeit von Web-Angeboten insbesondere durch Anwender alternativer Technologien sind sie von entscheidender Bedeutung. Mehr dazu finden Sie unter dem Navigationspunkt Link intern: Struktur.

Struktur des HTML-Quelltextes

Der Fachbegriff Markup steht für Strukturen und Regeln, die es im Sinne von "Grammatik" auch für HTML-Dokumente gibt.

Korrektes, umgangssprachlich auch als "sauber" bezeichnetes, Markup ist dann gegeben, wenn die hierzu geltenden w3c-Standards eingehalten werden.

Das bedeutet zunächst, dass die zum vollständigen Grundgerüst einer HTML-Seite gehörenden Pflichtangaben vorhanden und fehlerfrei sind sowie in der richtigen Reihenfolge vorliegen.

Alle eingesetzten HTML-Befehle sind entsprechend dem verwendeten HTML-Standard richtig geschrieben, Einsatz und Reihenfolge entsprechen den Vorgaben.

Die HTML-Befehle sind entsprechend ihrer zugedachten Aufgabe einzusetzen und berücksichtigen die logische Struktur des Inhaltes. So sind zum Beispiel als Überschrift gedachte Texte auch mit dem entsprechenden Befehl auszuzeichnen.

Es ist zu beachten, dass innerhalb bestimmter HTML-Elemente andere Elemente nicht zulässig sind. Ein als Überschrift ausgezeichneter Text kann sich somit nicht innerhalb eines Textabsatzes befinden. Das wäre nach HTML-Standard falsch und macht auch in der "normalen"Schriftsprache keinen Sinn. Eine Überschrift ist eben eine Überschrift und kein untergeordnetes Textelement eines Absatzes.

Wie auch in der Schriftsprache jedes Textelement zwangsläufig eine Bedeutung hat, sei es nun Überschrift, Textabsatz oder Aufzählung, soll dies bei der Seitenerstellung berücksichtigt werden. "Nackte Texte", also Texte, denen keinerlei Bedeutung zugewiesen wurde, darf es nicht geben. In den neueren HTML-Standards ist dies bereits berücksichtigt.

Die korrekte Anwendung der logischen Auszeichnung von Textelementen führt im übrigen auch zu einer korrekten Darstellung im Browser.

So sind zum Beispiel richtig ausgezeichnete Absätze automatisch jeweils durch eine Leerzeile voneinander getrennt. Die häufig zu beobachtende Methode, mit Hilfe von manuellen Zeilenschaltungen (break) räumliche Abstände zwischen Texten zu erzwingen, ist daher falsch.
Die "harte" Zeilenschaltung hat eigentlich nur die Aufgabe, innerhalb eines Absatzes einen Satz (wie diesen) auf einer neuen Zeile beginnen zu lassen.

Zur richtigen Anwendung von HTML gehört dann auch noch, dass Worte oder Satzteile, denen man eine herausragende Bedeutung geben möchte, nicht einfach mit Fettschrift oder mit anderer Farbe formatiert werden.

Es gibt dazu entsprechende HTML-Befehle, die dem Wort die logische Bedeutung "wichtig" (Befehl strong = engl., stark, kräftig, energisch) oder "mit erhobener Stimme" (Befehl em = emphatisch) übergeben.

Bedeutung und Aussehen eines Textes sind zweierlei!

Auch wenn der HTML-Befehlssatz eine ganze Reihe physischer Auszeichnungen kennt, ist deren Verwendung im Sinne strikter Trennung von Inhalt und Gestaltungsmitteln zu vermeiden. Für die Formatierung von Inhalten und deren Platzierung innerhalb des Anzeigefensters ist CSS (Cascading Style Sheet) einzusetzen.

Ergänzend hierzu: Link extern: Eine andere Art Rechtschreibung.

Semantik

Korrektes Markup bedeutet auch, dass die Textauszeichnungen (nicht die Textformatierungen!) entsprechend ihrer semantischen Bedeutung (Semantik = Wortbedeutungslehre) vorgenommen wurden. Im Umkehrschluss bedeutet es aber auch, dass die HTML-Befehle entsprechend ihrer zugedachten semantischen Eigenschaft richtig auf die Texte angewendet wurden.

Der enge Zusammenhang zwischen sinnvoller Textstrukturierung und semantisch korrekter Anwendung der HTML-Befehle wird hier besonders deutlich. Das eine ist ohne das andere nicht möglich.

Wird ein längerer Text nicht so verfasst, dass er zum Beispiel durch Überschriften unterschiedlicher Ordnung, Textabsätze oder Listen strukturiert werden kann, gibt es auch keine Möglichkeit, den Text nachträglich durch strukturierende HTML-Befehle auszuzeichnen. Im Ergebnis wird daher kein "sauberes Markup" entstehen.

Markup und Zugänglichkeit

Die Notwendigkeit logisch korrekter Textauszeichnungen im Interesse alternativer Ausgabetechnologien wurde bereits erwähnt.

Zur besseren Wahrnehmbarkeit der Inhalte gehört aber auch, dass für Inhalte, die nicht aus Text bestehen - wie Bilder, Filmsequenzen oder Audio-Dateien - alternative Informationen angeboten werden.

Bekanntestes Beispiel, und immer wieder gern vergessen, ist die alternative Textinformation zu Bildern. Dafür steht das ALT-Attribut innerhalb des img-Befehls zur Verfügung.

Bilder und Grafiken, die auf Grund ihres Inhaltes zusätzliche Informationen vermitteln, sollen darüber hinaus mit einer Bildbeschreibung versehen werden. Dazu stehen ebenfalls Befehle und Attribute zur Verfügung, die im Quelltext notiert werden.

Diese Zusatzinformationen gehören im Bedarfsfall zu korrektem Markup.

Ergänzend dazu: Link extern: Beschriften von Grafiken und Bildern.

Die Beachtung der bestehenden HTML-Standards, die sich auch in fehlerfreier und richtiger Anwendung der HTML-Befehle ausdrückt, verbessert die Bedienbarkeit der Web-Seiten durch Erhöhung der Kompatibilität. Nutzer verschiedener Web Browser mit unterschiedlichen Versionen profitieren davon ebenso, wie Benutzer anderer Betriebssysteme und anderer PC-Technik.

Weiterführende Informationen

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Letzte Änderung: 21.02.2008